Eine Region im Herzen Altbayerns

Schloss Kronwinkl

Der Landkreis Landshut ist in vielerlei Hinsicht wie Bayern im Kleinformat. Gemeinsam mit der kreisfreien Stadt Landshut bildet er eine Region von unverwechselbarer Eigenart – modern und wirtschaftlich stark, ihre Bürger sind weltoffen und zugleich stolz auf ihre eigenen Traditionen und die reiche Geschichte. Der Raum Landshut zählt heute zu den attraktivsten Standorten in Deutschland und der Europäischen Union.

Der heutige Landkreis Landshut ist im Jahr 1972 im Zuge der Gemeindegebietsreform entstanden. Er wurde aus den früheren Landkreisen Landshut, Rottenburg und Vilsbiburg sowie aus Gemeinden der Kreise Freising, Mainburg und Mallersdorf gebildet. Damals hatte der Kreis 98.000 Einwohner, heute zählt er über 155.000 Menschen.

Landkreis und Stadt Landshut gehören zur Europäischen Metropolregion München (EMM). Dank ihrer Attraktivität als Wirtschaftsstandort mit hoher Lebensqualität werden beide nach den Prognosen aller Fachleute auch in den nächsten Jahren einen weiteren Bevölkerungszuwachs zu verzeichnen haben.

Die Kommunalpolitiker und Verwaltungen von Landkreis und Stadt ruhen sich aber nicht auf dem Erreichten aus: Unter dem Dach eines gemeinsamen, im Jahr 2014 im Landratsamt angesiedelten Regionalmanagements arbeiten sie daran, die Stärken der Region auszubauen und ihr neue Impulse zu geben.

35 blühende Gemeinden

Der Landkreis Landshut umfasst 35 Gemeinden, darunter die früheren Kreisstädte Rottenburg an der Laaber (7.827 Einwohner) und Vilsbiburg (11.535 Einw.) sowie sieben Märkte. Der zweitgrößte Landkreis Niederbayerns ist „ein Stück vom Herzen Altbayerns“: Städte, Märkte, Dörfer und, besonders in der Südhälfte, auch viele Weiler und Einzelgehöfte sind eingebettet in eine wunderbare Kulturlandschaft.

Charakteristisch ist der reizvolle Wechsel von Feldern, Wiesen und Wäldern auf Kuppen und Rücken des „Isar-Inn-Hügellandes“ im Süden mit den weiten Talgründen der Vils sowie der Hallertau mit ihren Hopfengärten und den Tälern von Kleiner und Großer Laaber im Landkreisnorden.

Die Mitte bilden ein grünes Auwaldband entlang der im Sonnenlicht silbern glänzenden Isar und, auf der Hochterrasse des Isartals, ein breiter Streifen fruchtbarster Lössböden. Hier liegt mit den drei Märkten Altdorf (11.158 Einw.), Ergolding (12.193 Einw.) und Essenbach (11.804 Einw.) auch der größte Bevölkerungsschwerpunkt.

Wirtschaftliches Kraftzentrum

Wie eine langgezogene Insel liegt die kreisfreie Stadt Landshut, Niederbayerns Regierungshauptstadt (rund 70.000 Einwohner), mitten im Kreisgebiet: Sie wurde 1204 als erste wittelsbachische Hauptstadt Altbayerns „zu Schutz und Hut des Landes“ gegründet.

Die Region war bis in die Zeit um das Jahr 1500 machtpolitischer und wirtschaftlicher Schwerpunkt Altbayerns: Prachtvolle spätgotische Kirchen und Gebäude, die bis heute das Gesicht vieler Orte prägen, erinnern an die Glanzzeit des niederbayerischen Teilherzogtums.

In den letzten fünf Jahrzehnten hat sich der Landkreis Landshut erneut zu einem wirtschaftlichen Kraftzentrum entwickelt. Mittelstand, Handwerk und Handel sind das Rückgrat, Hightech-Firmen und traditionelle Branchen bilden zusammen einen breitgefächerten Branchen-Mix, dem man über viele Jahre hohe Stabilität und geringe Arbeitslosenquoten verdankt.

Hightech und Landwirtschaft

Überdurchschnittlich vertreten sind die IT-Branche (Informationstechnik), Logistikfirmen und vor allem die Automobil-Industrie und ihre Zulieferer. Viele Firmen arbeiten eng mit Bildungseinrichtungen der Region zusammen wie der Hochschule Landshut, die in den letzten Jahren einen enormen Aufschwung genommen hat und u. a. führend in den Leichtbau-Techniken ist.

Als Standort von zwei Atomkraftwerken (Isar 1 und 2) trug der Landkreis über Jahrzehnte maßgeblich zur Stromversorgung Bayerns bei. Isar 1 ist bereits stillgelegt, Isar 2 geht im Jahr 2022 vom Netz. Im Zuge der Energiewende sind im Landkreis auf kommunaler und bürgerschaftlicher Ebene zahlreiche regenerative Energie-Projekte ins Leben gerufen worden.

Zum einen Hightech-Schmiede, ist der Kreis andererseits weitgehend ländlich geprägt. Die bäuerliche Landwirtschaft mit ihrem Schwerpunkt Viehzucht liegt mit ihrem Beitrag zur Wertschöpfung über dem bayerischen Mittelwert.

Die Lage: Mitten in Europa

Seine Stellung als einer der dynamischsten Räume Deutschlands verdankt der Kreis nicht zuletzt seiner verkehrsgeographischen Lage. Näher am Flughafen als München und durchzogen von Magistralen wie der A 92 (München-Deggendorf) oder der Bahnstrecke München-Berlin ist die Region ein Drehkreuz von Verkehr und Handel.

Zwischen diesen Verkehrsadern spannt sich ein Netz von 500 Kilometern an Kreisstraßen, die oft besser in Schuss sind als die Staats- und Bundesstraßen, in die sie münden – was ein Schlaglicht wirft auf den Wert der kommunalen Selbstverwaltung im föderalen Staat.

Kernland der Bajuwaren

Die Kulturgeschichte des Landkreises beginnt mit den Linienband-Keramikern, Europas ersten Bauern: Sie wanderten, um 5600 v. Chr., die Flusstäler herauf, rodeten die Wälder, säten Kornfelder an und verwandelten das Gebiet in das, was es seither ist – blühendes Bauernland.

Archäologen haben aus allen Epochen der Vorgeschichte faszinierende Funde und Entdeckungen zu Tage gebracht. Ein eindrucksvolles Beispiel ist die bei Viecht (Gemeinde Eching) von Jungsteinzeitleuten um 4800 v. Chr. aus Holz errichtete kreisförmige Kultanlage: Sie offenbart ein herausragendes Wissen der Ur-Landkreisbürger in Astronomie und Geometrie.

Das Gebiet unseres Landkreises zählte zu den Stammlanden der Kelten, die große Städte gründeten, Münzen prägten und Handelsbeziehungen in alle Himmelsrichtungen unterhielten. Um die Zeitenwende eroberten die Römer Bayern bis zur Donau und blieben über 400 Jahre.

Relikte aus vielen Bajuwarengräbern im Kreis erwiesen sich als Schlüssel zur Lösung der alten Frage nach der Herkunft der Bayern: Der Ostgoten-König Theoderich (450-526) siedelte in Altbayern, der Nordprovinz seines Reichs, Germanen verschiedener Stämme an, die hier mit der keltisch-romanischen Vorbevölkerung zusammenwuchsen zu einem neuen Volk. Eine geglückte Mischung, ein starkes Volk: Heimatmuseen von Rottenburg über Altdorf, Niederaichbach bis Vilsbiburg bergen Zeugnisse seiner faszinierenden Geschichte, des Jahrtausends (etwa 500 bis 1600), als Bayerns Unterland eines der großen Kraftzentren Deutschlands war, aber auch aus den späteren Zeiten als ländliche „Provinz“.

Viele Schlösser sind Marksteine dieser Geschichte; in einem, in Aham, ruht Graf Montgelas (1759-1838), der „Vater des modernen Bayern“. Rund 300 Kirchen spiegeln die Verwurzelung der ­Menschen unserer Region im christlichen Glauben wider.

 

Natur, Freizeit und Sport

Reich ist der Landkreis auch an Naturschönheiten und Biotopen. Da ist etwa die Vogelfreistätte Mittlere Isarstauseen, ein Naturschutzgebiet von europäischem Rang: Es ist Brutgebiet seltener Vogelarten und Rastplatz für Schwärme von Zugvögeln. Auch mit dem Naturschutz-Großprojekt „Moor- und Wiesenbrüterschutz im Mettenbacher-Grießenbacher Moos“ im Isartal schützt der Landkreis die Lebensräume seltener Pflanzen und Tiere.

Die Region hat einen hohen Freizeitwert: Ob man gemütliche Radtouren oder landschaftlich ansprechende Golfplätze sucht, Runden auf Wasserskiern drehen oder zu Pferd über Berg und Tal reiten will oder lieber in ein Erlebnis- und ­Erholungsbad (Ergomar in Ergolding) geht oder in ein Konzert in der Kultur- und Sportarena Eskara (Essenbach): Die Freizeit- und Sportmöglichkeiten sind so vielfältig, dass für jeden, ob Einheimischer oder Feriengast, das Richtige dabei ist.

14 Schulen, drei Kliniken

Als Träger von 14 Schulen ist der Landkreis Landshut eine maßgebliche Säule der „Bildungsregion Landshut“, die 2015 vom Bayerischen Kultusministerium anerkannt wurde. Unter dem Dach des Landshuter Kommunalunternehmens für medizinische Versorgung (LAKUMED) betreibt der Landkreis drei Kreiskliniken, von denen zwei, Landshut-Achdorf und Vilsbiburg, Geburtsstationen haben.

Die dritte, die Schlossklinik Rottenburg, setzt als Fachklinik für Altersmedizin (Geriatrie) seit 1994 auch bayernweit Maßstäbe auf ihrem Fachgebiet. Der Klinik ist seit 2012 eine Rehabilitationseinrichtung (Schloss-Reha) angegliedert. Ende 2011 ist unter der Trägerschaft von LAKUMED auch das erste Hospiz Niederbayerns in Vilsbiburg eröffnet worden. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Vilsbiburger Klinik betreibt der Landkreis das Kompetenzzentrum für Gesundheitsberufe, die größte Berufsfachschule für Pflegekräfte in Niederbayern.

Eine Heimat mit Zukunft

Zu den Einrichtungen der Daseinsvor­sorge, die der Landkreis unterhält, ­zählen auf dem wichtigen Sektor Abfallwirtschaft ein flächendeckendes Netz an Altstoffsammelstellen und eine eigene Reststoffdeponie. Deren Kapazität ist noch für viele Jahre ausreichend.

Insgesamt gehört der niederbayerische Landkreis Landshut zu den attraktivsten Standorten im wirtschaftsstarken Bayern. Sein gesunder Branchen-Mix beweist: Hightech und Tradition können miteinander gedeihen, mehr noch – sie ergänzen sich hervorragend, wenn die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, wie im Landkreis Landshut, stimmen.

Der Landkreis Landshut mit seinen 35 Kommunen vertraut auf seine ­starken Wurzeln und handelt selbstbewusst im Wettbewerb der Regionen: Er bietet beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Zukunft.

Elmar Stöttner

Einwohner des Landkreises Landshut von 1990 bis heute

  • Stand jeweils 31.12.

Geographische Daten

Ausdehnung: Ost-West 46,6 km,

Nord-Süd 50,7 km

Höhenlage: 367 bis 525 m über NN

Längengrad: 11,88° östl. Länge (westlichster Punkt) bis 12,51° östl. Länge

Breitengrad: 48, 77° nördl. Breite (nördlichster Punkt) bis 48,32° nördl. Breite

Einwohner pro qkm: 115

Landkreisfläche im Vergleich:

Landkreis Landshut 1.348 qkm

Bundesland Berlin 891 qkm

Bundesland Saarland 2.570 qkm